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18 Fragen an (Folge 5) ... Elisabeth Klank

16.08.2011 von Mia Bischoff (Kommentare: 2)

Portrait von Elisabeth
Foto: Annelie Schott

Das letzte Interview über einen Fotografen ist schon einige Zeit her. Umso mehr freue ich mich, euch heute Elisabeth Klank aus Baden-Württemberg vorzustellen.

Ob abstrakt oder im Detail, Elisabeth hat Berlin auf ihre eigene Art und Weise festgehalten und wer sich abseits der touristischen Pfade für Venedig interessiert, kann sich hier inspirieren lassen.

Viel Spaß beim Lesen, ein Danke an Elisabeth und wir freuen uns über euer Feedback.

Folge 5: Elisabeth Klank, Fotografin aus Baden-Württemberg

1. Hallo Elisabeth, wie bist du zur Fotografie gekommen?

Fotografie fasziniert mich schon sehr lange. Irgendwann habe ich dann begonnen, auf Reisen zu fotografieren.

2. Welche Bilder hast du zur Zeit "im Kopf"?

Es sind die Bilder meiner letzten Fernreise, am Anfang dieses Jahres. Die Fotografien von dort beschäftigen mich immer noch so stark, dass ich zur Zeit noch keine Gedanken an die Umsetzung eines neuen Projektes habe.

3. Hast du Fotografen als Vorbilder?

Nein keine bestimmten, obwohl ich mich mit vielen befasst habe.

4. Welche Fotoausstellung hast du zuletzt besucht?

Zuletzt war ich bei Ausstellungen dreier "Ikonen", nämlich bei André Kertész in Winterthur, Robert Doisneau in Manderen/Lothringen und bei Henri Cartier-Bresson in Zürich.

Und eben erst habe ich die World Press Photo Ausstellung im Hauptbahnhof in Stuttgart besucht.

5. Hast du schon selbst ausgestellt?

Ja, schon öfter. Zuletzt im Jahr 2010 mit Ralf.J. Diemb, Tassos Kitsakis und Tom Ritschel auf der Wilhelmshöhe in Ettlingen. Unser Thema hieß: Zwischenzeiten.

Und kürzlich hatte ich mit Ralf J. Diemb in der Hautklinik in Karlsruhe eine Ausstellung mit dem Titel: Hautnah.

6. Was empfandest du als dein bisher schönstes Kompliment?

Das schönste Kompliment ist, wenn ich spüre, dass es von innen kommt. Das kann auch nur ein einziges Wort sein oder ein Gesichtsausdruck.

7. Wie lautet deine Definition vom "perfekten Bild"?

Da gäbe es viel zu schreiben, ich mache es aber kurz.
Das Bild sollte etwas im Betrachter berühren, ihn beeindrucken und zum längeren Verweilen verführen. Sein Inhalt sollte auf verschiedensten Ebenen wirken.

8. Wie würdest du deine eigenen Arbeiten beschreiben?

Ursprünglich von Landschaft und Natur fasziniert, habe ich im Laufe der Jahre autodidaktisch meinen Stil entwickelt, indem ich mit Formen, Licht und Schatten spiele. Ich arbeite Strukturen aus einem Motiv heraus und bringe diese in zunehmend abstrakt gestaltete, malerische Formen.

Elisabeth Klank Fotografie

Das Augenmerk ist auf Details gerichtet, die dem flüchtigen Alltagsblick meist verborgen bleiben und deren mannigfaltige Facetten erst durch das Einbinden in einen seriellen Zusammenhang in Erscheinung treten. Die Motive kommen zu mir, sei es im Alltag oder auf Reisen, ich fühle mich herausgefordert durch das, was Andere nicht sehen und vor allem, wie es Andere nicht sehen.

Zunehmend, aber nicht nur, reizt mich die "Poesie des Verfalls". Oftmals stellt es sich heraus, dass sich unter einer marode wirkenden Oberfläche eine enge Verbindung zwischen Schönheit und Verfall verbirgt.

9. Analog oder Digital? Wie ist deine Meinung dazu?

Ich habe lange Zeit analog fotografiert und auch im Fotolabor gearbeitet. Das war schön und gut, solange es noch nichts Anderes gab.
Die digitale Fotografie ist für mich ein Meilenstein. Mir macht diese Art zu fotografieren sehr viel Freude.

10. Was würdest du als deine größte Fotopanne bezeichnen?

Für mich war es eine große Panne, als ich es vor vielen Jahren versäumt habe, auf die Perureise eine Kamera mitzunehmen.

11. Traumberuf "Fotograf"?

Nein, für mich wäre das nicht so optimal. Ich befürchte, mir käme dabei meine Kreativität abhanden, weil ich mich in meinem Tun nicht so frei fühlen könnte.

12. Was hältst du von Bildbearbeitung?

Bildbearbeitung finde ich gut und mache ich gerne, wenn auch nur das Nötigste zur Bildoptimierung.

13. Welche Motive findet man bei dir selten?

Selten, ganz selten findet man bei mir Motive mit Tieren.

14. Kann Fotografie die Wirklichkeit widerspiegeln?

Es kommt darauf an zu welchem Zweck fotografiert wird. Bei Reportagen, wie ich sie kürzlich bei World Press Photo betrachtet habe, wird die grausame Wirklichkeit in Krisengebieten gnadenlos ehrlich dargestellt.

Nutze ich allerdings in meinem jeweiligen Umfeld mein Objektiv kreativ oder begrenze meine Fotografien durch Ausschnitte, kann ich eine ganz andere, eigene Wirklichkeit entstehen lassen, auch beim Betrachter, wenn es mir gelungen ist, seine Fantasie durch meine Bilder anzuregen.

15. Gibt es für dich ein Lieblingsmotiv in Berlin?

Wenn ich in Berlin bin, begegnen mir sehr viele Motive, die mir gefallen. Immer wieder aber faszinieren mich seit Jahren die vielen Baustellen und Veränderungen, die seit der Wiedervereinigung zu erleben sind.

16. Hast du einen Fototipp für Berlinbesucher?

Ja „alternative“ Stadttouren zu Fuß in Begleitung eines Einheimischen, der von seiner Stadt begeistert ist und sich bestens auskennt. So kann man in den Stadtbezirken auf Ansichten treffen, die in keinem Reiseführer erwähnt sind. Die interessantesten Motive begegnen mir sowieso - wie überall - abseits der touristischen Pfade.

17. Wo stellst du deine Aufnahmen online aus?

www.photokunst.vontin.net

18. Hier ist Platz für deine 4 Lieblingsmotive, die in Berlin entstanden sind

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Kommentare

Kommentar von Andreas 29.04.2012

Schönes Interview, interessante Fragen und Antworten. Weiter so. Lob von Andreas

Kommentar von Mia 30.04.2012

Hallo Andreas,

vielen Dank für dein Lob, freut mich das Dir die Interviews gefallen.
Beste Grüße
Mia

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